"Radondicht" bedeutet, dass ein Bauteil das Eindringen des radioaktiven Edelgases Radon aus dem Erdreich in ein Gebäude wirksam verhindert.

1. Gasdichtigkeit gegen Diffusion Radon ist ein sehr kleines Atom, das selbst durch viele feste Materialien hindurchdiffundieren (wandern) kann. Ein Material gilt nach Definition des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) als radondicht, wenn seine Dicke mindestens das Dreifache der Diffusionslänge des Gases in diesem Material beträgt. Hochwertige EPDM-Gummimischungen in Ringraumdichtungen erfüllen diese Anforderung meist durch ihre Materialstärke (oft 40 mm)
2. Abdichtung von Leckwegen Radon gelangt vor allem durch "Konvektion" ins Haus – also durch kleinste Ritzen, Fugen oder undichte Leitungsdurchführungen, da im Gebäude oft ein leichter Unterdruck herrscht. Radondichte Dichtungen sind so konstruiert, dass sie sowohl zum Futterrohr/Beton als auch zum Mediumrohr hin absolut gasdicht abschliessen. Sie verhindern, dass das Gas entlang der Rohrwandung in den Keller strömt.
3. Warum ist das wichtig? Gesundheit: Radon ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Gesetz: Seit dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) gibt es in einigen Ländern einen Referenzwert von 300 Bq/m³ für Innenräume. In Radonvorsorgegebieten ist radondichtes Bauen daher oft Pflicht.
4. Wichtig für die Montage: Eine radondichte Dichtung funktioniert nur, wenn die Kontaktfläche (Kernbohrung) glatt und frei von Lunkern ist, damit das Gas keine Umwege findet.
